Ca. 2% der deutschen Bevölkerung leidet unter verstärktem Schwitzen unter den Achseln (axilläre Hyperhidrose). Für die Betroffenen stellt dies oftmals eine erhebliche psychische Belastung im privaten Umfeld oder im Arbeitsbereich dar. Maßnahmen, die zur Verringerung der Hyperhidrose führen, bedeuten daher ein deutliches „plus“ an Lebensqualität. Im Achselbereich steht mit der Schweißdrüsenabsaugung mit Kürettage eine moderne und effektive Methode zur Verfügung, die Hyperhidrose dauerhaft zu beseitigen.

 

Im Folgenden möchten wir Ihnen die Methode der Schweißdrüsen-absaugung mit Kürettage ausführlicher vorstellen.

1.  Was ist die Schweißdrüsenabsaugung mit Kürettage und wie wird sie durchgeführt?
2.  Was müssen sie nach der Operation beachten?
3.  Welchen Erfolg dürfen Sie erwarten?
4.  Welche Nebenwirkungen können auftreten?
5. Welche Behandlungsalternativen gibt es?
6.  Wer trägt die Kosten der Behandlung?
7.  Wenn Sie von weiter her kommen….

  

1.  Was ist die Schweißdrüsenabsaugung mit Cürretage und wie wird sie durchgeführt?

Die Schweißdrüsenabsaugung basiert auf der Technik der Fettabsaugung. Zunächst wird das Gewebe im Achselbereich mit einer speziellen Anästhesielösung (sog. Tumeszenz-Anästhesie) betäubt und aufgeweicht. Anschließend werden die Schweißdrüsen mit Hilfe einer kleinen Kanüle im Achselbereich schonend abgesaugt. Kombiniert wird diese Methode mit der sog.  Cürretage. Dies bedeutet, dass zusätzlich zur Absaugung ein spezieller Schaber (Kürette) verwendet wird, so dass die innenseitig an der Haut liegenden Drüsen entfernt werden können. Als Zugang zum OP-Gebiet dienen zwei winzige, kaum sichtbare Schnitte. Die sorgfältig aufeinander abgestimmte Kombination der Absaugung mit der Cürretage ist weitaus effektiver als jede Methode für sich. Der Eingriff wird selbstverständlich ambulant durchgeführt. Eine stationäre Aufnahme ist nicht notwendig. 

 2.  Was müssen sie nach der Operation beachten?

 Nach der Operation erhalten sie für einige Tage einen Kompressions-Rucksackverband. Er ist für Außenstehende nicht sichtbar, da Sie ihn unter Ihrer täglichen Kleidung tragen können. Regelmäßige, jedoch leichte  Bewegungen, fördern den komplikationslosen Heilungsverlauf. Nach 7-10 Tagen können die Fäden von uns oder Ihrem Hausarzt gezogen werden.

 3.  Welchen Erfolg dürfen Sie erwarten?

 Das Ziel der Behandlung ist nicht die vollständige Ausschaltung der Schweißbildung, sondern eine Reduktion auf normale Werte. In den ersten Monaten nach der Operation geht die Schweißbildung komplett zurück. Danach bilden die noch verbliebenen Schweißdrüsen wieder Schweiß. Unsere Erfahrung zeigt, dass ca. 80-90% der Schweißdrüsen dauerhaft abgesaugt werden. Nach einem halben Jahr kann der Behandlungserfolg endgültig beurteilt werden.

 4.  Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Unsere Erfahrung zeigt, dass es sich um einen Eingriff mit sehr geringer Nebenwirkungsrate handelt. Ein Taubheitsgefühl unter den Achseln entwickelt sich häufig, geht aber nach einigen Monaten zurück. Blutergüsse treten immer auf, sind aber vorübergehender Natur.

Wie bei jeder Operation können darüber hinaus in seltenen Fällen Nachblutungen, Wundheilungsstörungen, und Lymphgefäßverletzungen auftreten.

 5. Welche Behandlungsalternativen gibt es?

 Unter dem Stichwort „Hyperhidrosis“ haben wir einige alternative Therapien aufgeführt. Sehr effektiv ist auch die Behandlung mit Botulinumtoxin. Das vollständige Herausschneiden der Schweißdrüsen unter der Achsel (Exzision) führen wir nicht mehr durch, da hierbei sehr große und oft störende Narben entstehen.

 6.  Wer trägt die Kosten der Behandlung?

 Es handelt sich um keine Regelleistung der Krankenkasse. Die Kosten betragen 1.250,- € und sind daher von Ihnen privat zu entrichten (nach GOÄ). Nur in Einzelfällen und auf Antrag werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

 7.  Wenn Sie von weiter her kommen….

 Sollte Sie Interesse an einer Schweißdrüsenabsaugung mit Kürettage haben und von weiter her kommen, beraten wir Sie gerne auch telefonisch. Falls gewünscht, senden wir Ihnen anschließend alle zur Operation notwendigen Unterlagen zu, die Sie sich zu Hause in Ruhe durchlesen und ggf. zur Operation wieder mitbringen sollten.

Am Tag des Eingriffs erfolgen eine Untersuchung und ein weiteres Vorgespräch. Beachten Sie bitte, dass Sie nach der Operation nur bedingt verkehrstüchtig sind und bei Anreise mit dem PKW einen Fahrer benötigen.