Schwitzen ist für die Wärmeregulation des Körpers notwendig. Im Sommer oder bei sportlicher Betätigung steigt daher die Schweißproduktion an – das ist normal. Es gibt aber Menschen, die unabhängig von körperlicher Aktivität oder der Außentemperatur, extrem stark schwitzen.
Hyperhidrose ist der Fachausdruck für verstärktes Schwitzen. Sie betrifft meist die Areale unter den Achseln, an Händen und Füßen, aber auch das Gesicht. Für die Betroffenen kann das sehr belastend sein.
Was kann man gegen die Hyperhidrose tun?
Nachfolgend geben wir Antwort auf die häufigsten Fragen. 

1. Was ist die Ursache der Hyperhidrose?
2. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für die primäre Hyperhidrose?
3. Was bewirkt Botulinumtoxin A (Botox ®)?

  

1. Was ist die Ursache der Hyperhidrose? 

Die Ursachen für das verstärkte Schwitzen sind vielfältig. So können beispielsweise internistische oder neurologische Erkrankungen (Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes etc.) hierfür verantwortlich sein. Am häufigsten ist allerdings die sog. emotionale (primäre) Hyperhidrose, bei der z.B. Lampenfieber, Aufregung, Angst oder Schmerz die Schweißproduktion steigern; Koffein und Nikotin wirken immer verstärkend.  

2. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für die primäre Hyperhidrose?

Achselhöhlenhygiene (desodorierende Seife/Syndets), atmungsaktive Kleidung und Deodoranzien (Deos) können die Beschwerden etwas lindern , reichen aber in vielen Fällen nicht aus. Sog. Antiperspiranzien auf der Basis von Aluminiumsalzen (Aluminiumchlorid) zeigen hier schon stärkere Wirkung; sie können individuell rezeptiert werden.

Die sog. Iontophorese verwendet schwache Gleichströme mit Hilfe von Wasserbädern oder feuchten Schwämmen; insbesondere an Händen und Füßen kommt es hierbei zu deutlichen Besserungen. Die Behandlung muss jedoch kontinuierlich mehrmals wöchentlich durchgeführt werden, um den Effekt aufrecht zu erhalten.

Die innerliche Behandlung mit Tabletten ist wegen der Nebenwirkungen limitiert (Anticholinergika -> trockene Schleimhäute!); häufig ist der Effekt auch nur gering (Salbei-Tropfen).

Einen sehr guten, lang anhaltenden Effekt erzielt man mit der Injektion von Botulinumtoxin A (Botox®). Es handelt sich um den gleichen Wirkstoff, der auch im Kosmetikbereich zur Faltenbehandlung eingesetzt wird. Botox® ist zur Behandlung der Hyperhidrose im Achselbereich zugelassen.

Die operative Entfernung der Achselhaut mitsamt ihren Schweißdrüsen wird heute kaum noch durchgeführt. Interessanter ist die sog. Schweißdrüsenabsaugung mit Kürettage im Achselbereich. Über winzige Schnitte werden die Schweißdrüsen mit Hilfe eines speziellen Instrumentes schonend abgesaugt. Aber Achtung: nach der Entfernung von Schweißdrüsen kommt es zum sog. kompensatorischen Schwitzen; d.h. der Körper schwitzt an anderen Körperstellen vermehrt! Meist stört dies den Betroffenen nicht, da man kaum spürbar über die gesamt Körperfläche schwitzt; ärgerlicher ist es hingegen, wenn man z.B. verstärkt über die Stirn schwitzt. Daher sollte zunächst eine Therapie mit Botox® vorangestellt werden (siehe Frage 3), welche zeitlich begrenzt wirksam ist! 

3. Was bewirkt Botulinumtoxin A (Botox ®)?

Botox ® ist zur Behandlung der Hyperhidrosis im Achselbereich zugelassen. Es wird in die oberste Hautschicht gespritzt. Die Einstiche sind nur gering spürbar. Seine gute Wirkung und Sicherheit ist in zahlreichen Studien belegt. Botox ® bewirkt in über 90% der Fälle eine hervorragende Besserung der Beschwerden. Es blockiert die Impulsweiterleitung vom Nerv zur Schweißdrüse; die Schweißbildung wird damit gehemmt. Die Wirkung setzt schon wenige Tage nach der Injektion ein und hält 6-12 Monate lang an.

Die Kosten werden von den Krankenkassen nur in Einzelfällen übernommen. Bitte vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis für ein persönliches Beratungsgespräch.